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Sparkassen sehen sich einem größeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Die zunehmend höhere Wettbewerbskonzentration sowie eine rückläufige Bevölkerung drücken auf die Marktanteile im Kundengeschäft. Eine Entspannung zeichnet sich in der näheren Zukunft nicht ab. Rückläufige Kundenfrequenz in den Filialen durch steigende Akzeptanz der Technikkomponenten beim Kunden, d. h. verstärkte Nutzung von SB-, Telefon- und Online-Banking führt zu einer größeren Anonymität. Dieser Effekt wird durch zunehmende Selbstbedienung verstärkt. Nur durch gezielte Vertriebsaktivitäten kann der Kontakt gegenüber den Kunden aufrecht erhalten bleiben, um den notwendigen Absatz von Produkten zu forcieren und den Kunden gegenüber den Mitbewerbern abzuschotten. Tritt eine Sparkasse sehr erfolgreich auf, so können die erfolgversprechenden Aktivitäten Beispiel für andere Sparkassen sein.
Im Rahmen des Projektes „Zukunftsmodell Sparkasse" haben die Sparkassen des SVWL die Umsetzung von Vertriebsmeetings - im Rahmen der bestehenden Betriebsvergleichsringe (BV-Ringe) - beschlossen. Ziel der Vertriebsmeetings ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den westfälisch-lippischen Sparkassen. Im Vordergrund steht der regelmäßige Austausch von Sparkassen vergleichbarer Größe über Vertriebspotenziale und Vertriebsleistungen unter Einbringung von Best-Practice-Beispielen für erfolgreiche Vertriebsaktivitäten. Die Vertriebsmeetings werden seit März 2009 - mit einer halbjährlichen Taktung - durchgeführt.
Für die Unterstützung der Vertriebsmeetings wurde vereinbart, dass eine Ermittlung der Vertriebspotenziale und Vertriebsleistungen der Sparkassen auf Basis des VPS-Tools, Modul 1 erfolgen soll. Hierzu wird vom Verband seit Januar 2009 das VPS WEB-Tool bereitgestellt.
Das VPS WEB-Tool dient der zentralen Erfassung der Vertriebsleistung der Sparkassen (Neugeschäft des laufenden Jahres) und stellt Auswertungen zum Vertriebspotential und zur Marktausschöpfung zur Verfügung. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem SVWL durch die consultingpartner AG entwickelt. Technische Grundlage ist eine Client-Server-Architektur. Implementiert wurde die Anwendung in Java. Das Backend bildet eine Oracle-Datenbank, das Frontend der Web-Browser. Eine Besonderheit stellt dabei technisch das Reporting dar. Die Datenerfassung und der Import der Vergleichsdaten erfolgt zwar serverseitig über eine Oracle-Datenbank, jedoch werden die Ausgaben als Excel-Dateien generiert. Ein unmittelbarer Vorteil für die Anwender ergibt sich daraus, dass sich die Daten nicht nur in abgestimmter Form ausdrucken, sondern ohne weitere Tools für eigene Auswertungen weiterverarbeiten lassen. Zudem ist das Reporting flexibel und kann einfach an sich wandelnde Bedürfnisse angepasst werden.
Das VPS WEB-Tool beinhaltet folgende Funktionalitäten:
Der Zugriff auf die Anwendung erfolgt ausschließlich über das Intranet der Sparkassen. Das Hosting wird durch die Finanz-Informatik bereitgestellt, so dass die hohen DV-Sicherheitsanforderungen der Sparkassen erfüllt werden können.
Im Reporting können die Sparkassen ihre eigenen Kennzahlen, die Kennzahlen ihrer Mitgliedssparkassen in der jeweiligen Gruppe (z. B. BV-Ringe, Arbeitsgemeinschaften), die Kennzahlen des eigenen Gruppendurchschnitts sowie anderer Gruppen, den SVWL-Durchschnitt und den Durchschnitt des oberen Drittels der SVWL-Sparkassen abrufen.
Die Gruppenpflege, d. h. die Zuordnung von Sparkassen in definierten Gruppen, liegt beim SVWL.
Seit Beginn 2009 wird das VPS Web-Tool von 74 Sparkassen genutzt.